Blogbeitrag

#11. Digitaler Produktpass (DPP): ECHO PRM – Die Gründungsgeschichte

Wer steckt eigentlich hinter dem Podcast und der Technologie von ECHO PRM? In dieser elften Folge des „DPP Deep Dive“ steht ein bewusster Exkurs auf dem Programm – weg von Paragrafen, Pflichten und Verordnungen, hin zu den Menschen hinter der Plattform. Die Gründungsgeschichte zeigt, wie eine schlaflose Nacht im Jahr 2019 den Grundstein für eine Technologie legte, die heute die Antwort auf eine der größten regulatorischen Fragen der europäischen Industrie liefert.

Die Geburtsstunde: Ein Geistesblitz im Stau

Die Geschichte von ECHO PRM beginnt im Februar 2019. Michael Trunzer, heute Co-Gründer des Unternehmens, arbeitete damals im internationalen Vertrieb und Produktmanagement eines mittelständischen Maschinenbauers. Seine Aufgabe war es, eine komplett neue Produktgruppe im Markt zu etablieren. Als Bindeglied zwischen Kunden, Händlern, Entwicklern und dem After-Sales-Service stieß er im Alltag jedoch immer wieder an dieselbe Grenze: Es gab keinen direkten Draht zu den Menschen, die die Maschinen tagtäglich bedienten.

Drei wesentliche Herausforderungen prägten damals den Arbeitsalltag:

  1. Der Informationsverlust: Das Werk produzierte hilfreiche Video-Tutorials und Dokumente. Auf dem Vertriebsweg über Händler und Einkäufer gingen diese Informationen jedoch verloren und erreichten die eigentlichen Bediener an der Maschine fast nie.
  2. Das Service-Ping-Pong: Bei technischen Problemen der Endanwender gestaltete sich die Fehleranalyse zeitaufwendig. Rückfragen nach Seriennummern oder Fotos vom Typenschild verzögerten den Support. Da Informationen oft unstrukturiert auf Kanälen wie WhatsApp eingingen, fehlte bei Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen im Service die nötige Transparenz.
  3. Das Rätselraten im Produktmanagement: Für die Erstellung neuer Lastenhefte fehlte ein breites, datenbasiertes Feedback der tatsächlichen Nutzer aus deren täglicher Praxis.

Die entscheidende Frage lag auf der Hand: Wie lässt sich eine direkte, unkomplizierte Brücke zwischen dem physischen Produkt und dem Anwender schlagen?

Die Idee entstand schließlich bei einer Autofahrt im Stau: Ein dynamischer QR-Code direkt auf der Maschine sollte als digitaler Einstiegspunkt dienen. Ein scannbarer Anker, der dem Nutzer sofort Zugriff auf Anleitungen, Videos und Service-Schnittstellen bietet und gleichzeitig den Herstellern strukturiertes Feedback ermöglicht.

Eine intensive Nacht und der Sprung in die Selbstständigkeit

Noch am selben Abend besprach Michael Trunzer die Idee mit seinem Bruder Andreas Trunzer (Co-Gründer von ECHO PRM). In einer gemeinsamen Brainstorming-Nacht wurden erste Use-Cases, Funktionen und Strategien skizziert. Um die Vision technologisch auf professionelle Beine zu stellen, holten die beiden kurz darauf den Software-Spezialisten Maximilian als dritten Co-Gründer an Bord. Im Frühsommer 2019 fiel der gemeinsame Entschluss zur Umsetzung.

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Februar 2019

Geistesblitz im Stau

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Frühsommer 2019

Gründungsteam komplett

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August 2020

Kündigung & Full-Time Fokus

Über ein Jahr lang entwickelte das Gründer-Trio die Plattform neben ihren regulären Vollzeitjobs an Abenden und Wochenenden. Im August 2020 folgte der nächste große Schritt: Der Ausstieg aus dem sicheren Angestelltenverhältnis, um sich zu 100 % auf den Aufbau von ECHO PRM zu fokussieren.

Am 5. Februar 2021 wurde die ECHO PRM GmbH offiziell gegründet.

Als QR-Codes noch Erklärungsbedarf hatten

Obwohl QR-Codes heute fest im Alltag verankert sind, sah die Marktlandschaft Anfang 2021 noch anders aus. In der damaligen Vertriebsphase war viel Pionierarbeit nötig. Dem Mittelstand musste erst vermittelt werden, dass die Codes weit mehr leisten können als einfache Restaurant-Check-ins – nämlich die Basis für ein intelligentes, dynamisches Service-Ökosystem direkt an der Maschine zu bilden.

Die ersten Kunden bestätigten schnell, dass der identifizierte Bedarf im Maschinen- und Anlagenbau flächendeckend existierte.

Der parallele Verlauf mit der EU-Regulierung

Während ECHO PRM die Plattform im Markt etablierte, entwickelte sich die europäische Gesetzgebung im Hintergrund in eine bemerkenswert ähnliche Richtung:

Meilenstein (ECHO PRM) Regulatorischer Weg der EU (DPP)
Februar 2019: Idee der digitalen Produkt-Identität Dezember 2019: European Green Deal wird vorgestellt
Februar 2021: Offizielle Gründung und Marktstart März 2022: Erster ESPR-Vorschlag der EU erwähnt offiziell den „DPP“
2022/2023: Fokus auf digitale Betriebsanleitungen Juni 2023: Die neue Maschinenverordnung erlaubt die digitale Anleitung
Juli 2024: Veröffentlichung der ersten Whitepaper Juli 2024: Die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) tritt offiziell in Kraft

Als der Begriff des „Digitalen Produktpasses“ (DPP) im Frühjahr 2022 im ersten Verordnungsentwurf auftauchte, war ECHO PRM bereits über ein Jahr operativ am Markt. Das Unternehmen hatte die gesetzliche Welle nicht abgewartet, sondern ein reales, alltägliches Problem der Industrie gelöst, das nun nachträglich gesetzlich reguliert wird.

Pionierarbeit statt bloßes Trittbrettfahren

Angesichts des aktuellen regulatorischen Drucks rund um den DPP stellt sich im Markt gelegentlich die Frage, ob Software-Anbieter lediglich auf ein neues Trendthema aufspringen.

Für ECHO PRM liegt die Antwort in der eigenen Historie: Das System wurde nicht als theoretisches Compliance-Tool konzipiert, sondern entstand aus der Praxis für den operativen Nutzen. Der heute etablierte Smart Product Passport von ECHO PRM wurde entwickelt, um echten Mehrwert im After-Sales und im Kundenkontakt zu generieren.

Der kommende EU-Produktpass wird dabei nicht als isolierte Pflichtaufgabe verstanden. Das Ziel der Plattform ist es, die gesetzlich geforderten Datenpunkte nahtlos mit den bereits bewährten Service- und After-Sales-Funktionen hinter einem einzigen, zentralen QR-Code auf dem Produkt zusammenzuführen.